Siegen.
Die Volkshochschule, die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und KulturSiegen nun gebündelt unter einem Dach. Alle Institutionen die sich vormals kleine und oft völlig unzureichende Räumlichkeiten – verteilt in der ganzen Stadt – teilen mussten fanden sich nun wieder als neue Hausherren des alten Kaufhofs beziehungsweise des Kaufhauses Kerber, das im Jahr 1999 für immer die Pforten schloss. Rund 4000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche (insgesamt rund 10.000 Quadratmeter umfasst das komplette Gebäude) standen leer. Neuer Mieter? – Fehlanzeige. So stand das geschichtsträchtige Gebäude am Marktplatz rund acht Jahre leer. Bis, ja bis bis sich die Stadt diesem Schmuckstück mit der aufwändig verzierten Frontfassade, annahm.

Unsere Bilder zeigen die Bauarbeiten im Sommer 2006.
Lange wurde an einem Konzept gefeilt – und die gute alte Floskel „gut Ding will Weile haben“ sollte sich einmal mehr bewahrheiten. Das Resultat des Projekts als „geglückt“ zu bezeichnen wäre wohl maßlos untertrieben. „Alle Erwartungen übertroffen“ trifft es da schon besser. Es gelang neue Nutzer und Kunden zu akquirieren und damit nicht zuletzt – einige hundert – wobei manche von fast 2000 sprechen – Besucher in Siegenes historisch gewachsenes Zentrum zu locken.
Vier kommunale Bildungsinstitution unter einem Dach mit diesem großen Volumen an Nutzfläche – das sucht seines Gleichen in der Region. Hinzu gesellte sich ein Supermarkt im Untergeschoss – der die seit Jahren bemängelte Versorgungslücke rund um den Marktplatz schloss.
Bis vor kurzem hatte all dies jedoch ein großes Manko. Das komplette Erdgeschoss – also die Fläche zwischen Lebensmittelmarkt und den kommunalen Nutzern – glänzte mit „weiter Sicht“ durch die leicht abgedunkelten großen Schaufenster. Keine bunten Schilder, keine Regale, keine Fähnchen – Kein Mieter fand sich, nachdem der eigentlich eingeplante Nutzer, das Textilhaus Dieler, kurz vor Eröffnung und kurz nach der offiziellen Bekanntgabe in der lokalen Presse, einen Rückzieher machte.
Nun jedoch ist „Abhilfe“ geschaffen – und damit eine sehr Gute. Der Oberhausener Haushaltswarendiscounter „KODI“ nimmt sich der Hälfte der Fläche (rund 700 Quadratmeter) an. Ab dem 1. April ist der Filialist der in ganz Deutschland rund 175 Märkte (davon 140 in NRW) betreibt Teilmieter der Erdgeschossetage. Seit Wochen schon werkeln dazu fleißig die Handwerker – eine Wand wurde eingezogen, eine neue Einganstür gab’s auch. In zukunft wird man im KrönchenCenter neben Lebensmitteln und Büchern also auch auf Kochlöffel, Siebe, Staubsaugerbeutel und Seifen antreffen.
Nun steht nur noch die Frage offen, was mit der restlichen Fläche des Erdgeschosses passieren soll. Wer hat eine Idee? Ein Cafe, eine Bar? – das funktionierte in der Oberstadt doch schon immer gut.
Weitere Informationen über KODI und den Rest des Centers sind im Internet auf den Homepages www.kodi.de sowie unter http://www.siegen.de/standard/page.sys/433.htm erhältlich.
