Kino Review: Hellboy 2 – Die goldene Armee


Das Del Toro ein kreatives Genie ist hat er ja schon letztes Jahr mit seinem Erwachsenen-Märchen “Pans Labyrinth” bewiesen. Aber mit Hellboy 2 hat er seinen Hang für außergewöhnliche Kreaturen und fantasievolle Sets wirklich auf die Spitze getrieben. Der Mann weiss einfach wie man die perfekte Balance zwischen CGI-Effekten und guten alten handgemachten Puppen, die hier wirklich fantastisch aussehen, hinbekommt ohne dabei weder das eine noch das andere Mittel zu favorisieren.

Schon der Auftakt, der die Legende vom Elfenkönig und seiner goldenen Armee erzählt, lässt einen staunen. Mit einer Art “Augsburger Puppenkiste” im Albtraum-Format lässt Del Toro die Geschichte aufführen und verzichtet dabei fast völlig auf effekthascherischen CGI-Einsatz. Und genau diesem Stil bleibt er den Film über treu.

Das Non-Plus-Ultra an Kreativität seitens Del Toro bietet der Besuch des Kobold-Marktes und spätestens dann kann jeder Kinobesucher nachvollziehen, was die Zuschauer damals gefühlt haben müssen, als zum ersten Mal die “Cantina-Szene” aus Star Wars Episode 4 auf der Leinwand ablief. Überall wusseln Kobolde, Elfen, Monster, Oger, Dämonen und allerlei abgefahrene Wesen über den Schirm, verkaufen vermummte Gestalten ihre Waren und liefern sich kriegerische Wesen kleine Kämpfe. Definitv der Money-Shot des Films.

Aber zurück zu Hellboy. Neben den coolen Wesen und Sets hat der Film im Gegensatz  zum ersten Teil eine dramatisch besser ausgearbeitete Geschichte. Ich will an dieser Stelle auch gar nicht viel Spoilern und die Twists verraten, aber im großen und Ganzen geht es um den Kampf zwischen Menschen und Elfen um die Vorherrschaft auf der Erde, bei dem auch Hellboy nicht ganz genau weiss, für welche Seite er denn nun kämpfen soll.

Was hat sich aber zum ersten Teil verändert. Es fällt direkt auf das Del Toro keine Zeit mit großer Einführung verschwendet. Der erste Teil hat die Charaktere eingeführt und man kennt sie eben oder nicht. Die größte Veränderung ist wohl das der Charakter des menschlichen FBI-Agenten, mittlerweile komplett aus dem Film genommen wurde. Das geht auf voll auf Del Toros Kappe der schon in Teil 1 nicht zufrieden mit einem menschlichen Agenten war und nur auf Druck des Studios zugestimmt hatte. Und das war auch die richtige Entscheidung. Teil 2 nimmt sich nämlich mehr Zeit für Abe Sapien der im Erstling eher sporadische Einsätze hatte. Als neuer Charakter und Leiter der Agency wird der deutsche Johann Kraus eingeführt, der nur noch als Gas-Wolke existiert und deshalb die meiste Zeit in einem Taucheranzug (ala Big Daddy aus Bioshock) herumläuft. Mit Kraus hatte ich eigentlich den meisten Spass, da er auch in der Orginalfassung die ein oder andere deutsche Zeile zum Besten gibt und sich im Nachhinein als ziemlich cooler Typ erweist. Besonders seine Scharmützel mit Hellboy sind zum Brüllen.Natürlich glänzt wieder Ron Perlman als perfekte Inkarnation des roten Dämonen und Selma Blair bringt den benötigten Schuss Sex-Appeal in den Film.

Im Endeffekt hat man viele Schwächen des ersten Teils ausgebessert und wird mit Sicherheit viele Krititker umstimmen können. Denn Hellboy ist einfach eine coole Sau  und wegen mir kann ruhig noch ein dritter Teil folgen. Die goldene Armee sollte man zumindest nicht verpassen.

Wo gibts das Ding zu sehen? Kinostart in unseren Landen ist der 04.09.2008. Wer schonmal einen kleinen Vorgeschmack haben will, kann sich hier den Trailer anschauen.

2 Antworten zu “Kino Review: Hellboy 2 – Die goldene Armee”

  1. hologram sagt:

    Hellboy ist und bleibt ein super Film – ich steh ja normal nicht auf Comicverfilmungen aber Hellboy ist da eine Ausnahme. Und gerade beim 2. Teil hat Del Toro eine super leistung hingelegt. Ich hoffe bereits auf den 3. Teil.

  2. cmudersbach sagt:

    Ein dritter wird wohl auch kommen. Vor 2010 wird das wahrscheinlich aber nix. Del Toro muss ja erstmal den Hobbit stemmen. ;-)

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